Transit

 

Europabrücke im Bau - © Foto Alfred Rhomberg, 1961

 

 

Transit 

Straßen führen von A nach B,

sie bringen dänisches Bier nach Bayern, 

Reisende von Gelsenkirchen nach Tirol, 

Tiroler nach Kathmandu, weil dort die Berge höher sind,

Raucher zum nächsten Zigarettenautomaten. 

Straßen führen auch wieder zurück – von B nach A, sofern es keine Einbahnstraßen sind, 

sie bringen bayrisches Bier nach Dänemark und ... 

Straßen sind Adern, durch die der dickflüssige Autobrei fließt –

Blechscheren und Bergegeräte sind die Arzneimittel gegen den Autothrombus, Bußgelder gegen allzu schnelle Autozyten, denn Alkohol macht die Seelenatome geschmeidig und bremst die Motorik – nicht die Motoren.

 „Alle Straßen führen nach Rom“ bedeutete in der Antike, man könne auf vielen Wegen zur Wahrheit gelangen - unsere Straßen führen da – glaube ich – nicht hin.

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Anm.: Im April 1959 wurde mit dem Bau der Europabrücke begonnen, im November 1963 wurde sie von Bundeskanzler Alfons Gorbach mit den Worten „[…] verbinde in Frieden und Freiheit die Völker Europas […]“ für den Verkehr freigegeben.

Die für die EU so wichtig gewordene Nord-Süd Transitroute soll durch den im Bau befindlichen Brenner-Basistunnel entlastet werden, damit noch mehr (teils) nicht Notwendiges hin und her transportiert werden kann. Die Kosten für ein solches Prestige-Projekt spielen in Zeiten des allgemeinen Sparens offenbar keine Rolle. 

(20.11.2016)  

 

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